Teil 20

Dienstag, 20. Dezember

»Nur noch vier Mal schlafen.«
Nicki war mittlerweile schon sehr aufgeregt. Er konnte an nichts anderes mehr denken. Schon bald würde er Klaus begleiten dürfen, um Geschenke an die Kinder der Welt zu verteilen.
»Nur noch vier Nächte.«, murmelte er wieder.
»Also eigentlich sind es sogar nur noch drei, wenn wir es ganz genau nehmen wollen.«
Es war Klaus, der gerade seinen Kopf in das Gästezimmer gesteckt hatte.
»Warum sind es nur noch drei?«, wollte Nicki wissen.
»Die Erklärung ist ganz einfach. Wir werden Heiligabend sehr viel zu tun haben. Das schaffen wir nicht in ein paar Stunden. Also brechen wir bereits in der Nacht vorher auf und machen uns auf den Weg. Und sobald es ganz weit im Osten zum ersten Mal Heiligabend wird, beginnen wir mit unserem ersten Rundflug um die Erde.«
Nicki runzelte die Stirn.
»Zum ersten Mal? Wird es denn mehrmals nacheinander Heiligabend?«
»Oh ja. Ganze vierundzwanzig Mal, denn die Erde ist in so viele Zeitzonen eingeteilt. Es beginnt im Pazifischen Ozean. Die Inseln des Staates Kiribati sind als erste dran. Deutschland braucht dann noch weitere elf Stunden, bis es in die Weihnachtstage rutscht.«
Nicki war beeindruckt. Das hatte er tatsächlich nicht gewusst.
»Und warum redest du von einem Rundflug? Verteilen wir dann noch keine Geschenke?«
Klaus schüttelte den Kopf.
»Hast du jemals in deinem Leben ein Weihnachtsgeschenk am Morgen des Heiligabend bekommen?«
er Junge schüttelte den Kopf.
»Ich musste immer bis zum nächsten Tag warten.«
Klaus nickte.
»An Heiligabend fliege ich in der Nacht um die Welt und schaue noch einmal nach allen Kindern. Ich kann dann noch die letzten Einträge in mein goldenes Buch schreiben, wer nun wirklich brav war, wer nicht und wer sich vor den Feiertagen noch einmal für seine schlechten Taten entschuldigt. Das ist alles sehr wichtig. Wenn wir dann vierundzwanzig Stunden später erneut bei Kiribati ankommen, beginnen wir mit der Verteilung der Geschenke.«
Nicki war erstaunt.Er hatte nicht gedacht, dass die Arbeit des Weihnachtsmanns so anstrengend sein konnte.
»Dann haben wir ja zwei richtig harte Tage vor uns. Aber ich werde dir dabei helfen.«
Klaus bedankte sich.
»Darauf habe ich die ganze Zeit gehofft.«

(c) 2016, Marco Wittler

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