Teil 18

Sonntag, 18. Dezember

Nicki hatte sich Zeit gelassen. Das Frühstück ließ er aus und kam erst eine Stunde später aus dem Gästezimmer. Mit einer Kiste voller Wunschzettel, leeren Briefbögen und Buntstiften kam er in den Essenssaal. Doch noch in der Tür bleib er verdutzt stehen. Alle Wichtel, alle Elfen und auch Klaus saßen noch an den Tischen und warteten geduldig auf ihn. Der einzige Unterschied zum Freitag war, dass schon alle erwartungsvoll schwiegen und warteten.
»Du hast uns aber ganz schön hingehalten.«, scherzte Klaus und nahm dem Jungen die Kiste ab.
»Was hast du denn nun mit uns vor?«
Nicki setzte sich und breitete ein paar Sachen vor sich aus.
»Wir werden jetzt gemeinsam die Wunschzettel lesen. Am besten machen wir das in Kleingruppen. Immer drei oder vier von uns setzen sich zusammen, lesen und überlegen sich gemeinsam, wie man eine passende Antwort aufs Papier bekommen könnte. Schreibt, malt, bastelt etwas. Es spielt keine Rolle, ob ihr besonders gut seid oder viel macht. Das Wichtigste ist, dass ihr es mit Liebe macht. Denkt daran, dass die Kinder an uns glauben. Sie wollen nicht enttäuscht werden. Sollten sie eines Tages den Glauben an uns verlieren, werden sie uns nicht mehr brauchen und wir stehen irgendwann alleine da. Und das werden wir hier und heute verhindern.«
Großer Jubel brandete durch den Saal und alle stürzten sich auf die Stifte und Wunschzettel. Klaus nahm Nicki zur Seite und streckte ihm den Daumen in die Höhe.
»Das war eine geniale Ansprache von dir. So eine Begeisterung habe ich seit Jahrzehnten nicht mehr erlebt. Sie sind wie ausgewechselt. Ich glaube das wird das erfolgreichste Weihnachtsfest seit langer Zeit.«

(c) 2016, Marco Wittler

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