Teil 14

Mittwoch, 14. Dezember

Der Tag war anstrengend gewesen. Mehrere tausend Geschenke hatten die Wichtel und Elfen in der großen Halle hergestellt und verpackt. Der Sack des Weihnachtsmanns füllte sich immer mehr.
Am Abend kam Nicki, der kräftig mit angepackt hatte, zurück ins Haus und fand Klaus in dessen Büro.
»Was machst du denn hier?«, wollte Nicki wissen und setzte sich auf die andere Seite des großen Schreibtischs, der mit riesigen Papierstapeln bedeckt war.
Klaus zog sich Brille zur Nasenspitze herunter und sah über die Ränder hinweg zu seinem jungen Gast.
»Das hier sind alles Wunschzettel, die mir die Kinder aus der ganzen Welt geschickt haben. Jeden Abend sitze ich hier nach der Arbeit und versuche, sie zu beantworten, was bei dieser Menge gar nicht so einfach ist.«
Eine Antwortkarte nach der anderen ging durch die Hände des Weihnachtsmanns. Es dauerte immer nur ein paar Sekunden, bis er etwas geschrieben hatte.
»Viel zu Lesen bekommen die Kinder aber nicht, kann das sein?«, fragte Nicki.
Klaus nickte und seufzte.
»Nach so vielen Jahrzehnten und Jahrhunderten, die ich diesen Job bereits mache, fällt mir nicht mehr viel ein. Es ist alles irgendwie zur Routine geworden.«
Nicki nahm sich einen Wunschbrief und las ihn sich durch. Dann nahm er die dazu passende Antwortkarte und las sie ebenfalls.
›Ich hoffe, dir gefällt dein Geschenk. Liebe Grüße vom Weihnachtsmann.‹
Nicki schüttelte den Kopf.
»Das ist ganz schön lieblos. Ich bin mir sicher, dass sich die Kinder über ein paar Zeilen mehr richtig freuen würden.«
Nicki und Klaus sahen sich schweigend an, bevor der Junge plötzlich von einem Ohr zum anderen grinste.
»Ich hab da eine Idee.«
Er griff sich einen großen Stapel Wunschzettel, klemmte sie sich unter die Arme und verschwand damit.
»Wir sehen uns Morgen.«, rief er laut, bevor in das Gästezimmer flitzte und die Tür hinter sich verschloss.

(c) 2016, Marco Wittler

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